Die Cranach Höfe

Schlossstraße 1 – Geschichte und Restaurierung

Seit 1518 zahlte Lucas Cranach der Ältere für den Hof in der Schlossstraße 1 nachweislich Steuern an die Stadtkämmerei. Er erwarb das Anwesen von den Erben des ersten Rektors der 1502 gegründeten Wittenberger Universität, des Arztes Martin Pollich von Mellerstadt (um 1455-1513).

Mittelalterlichen Ursprungs sind das Vorderhaus und die ersten Anbauten zur Elbstraße hin. An der südöstlichen Grundstücksecke haben sich Reste des mittelalterlichen Elbtores erhalten. Unter Lucas Cranach d.Ä. erfolgte 1540 der Bau des hinteren Seitenflügels, der zunächst wohl als Werkstattgebäude diente. Wenige Jahre später wurde der Südflügel errichtet, der dann die Malwerkstatt aufnahm. Dieser den Hof abschließende Querbau besaß ein großes Tor, durch das die in der Cranach-Werkstatt fertiggestellten Altartafeln unzerlegt abtransportiert werden konnten.

1550 verließ Cranach d.Ä. Wittenberg und folgte seinem Dienstherrn Johann Friedrich von Sachsen nach Augsburg, wo dieser gefangen gehalten wurde. Den Hof in der Schlossstraße übernahm sein Sohn Lucas Cranach d.J. (1515-1586), der hier die Malwerkstatt fortführte und umfangreiche Aufträge für die Fürstenhöfe in Weimar, Dresden, Dessau oder Berlin übernahm.

Die Fachwerkgebäude im Westen des Anwesens stammen aus dem 17. Jahrhundert und aus der Zeit um 1800, bergen aber ältere Gebäudeteile. Das Vorderhaus wurde um 1773 und nochmals um 1871 erneuert.

Martin Pollich von Mellerstadt betrieb in der Schlossstraße 1 die Wittenberger Apotheke. Im Jahr 1520 erhielt Cranach d.Ä. das Apothekenprivileg. Die Apotheke befand sich bis in die 40er Jahre des 16. Jahrhunderts hinein auf diesem Grundstück. Cranachs jüngste Tochter Anna heiratete den Apotheker Caspar Pfreundt, sie übernahmen das Haus Markt 4 und etablierten dort die Apotheke. 1799 wurde die Cranach-Apotheke wieder in die Schlossstraße 1 verlegt, wo sie sich auch heute noch befindet.

In der Cranach-Werkstatt wurde im 16. Jahrhundert der künstlerische Nachwuchs für die europäischen Fürstenhöfe ausgebildet. Die Cranach-Stiftung griff den Ausbildungsgedanken auf und gründete 1996 die Malschule, eine Kinder- und Jugendkunstschule. Als externes Expoprojekt wurden von 1997 bis 2000 die Werkstattgebäude (Südflügel, Südostflügel) saniert und ausgebaut. Zur Zeit wird das Vorderhaus saniert.

Im Jahr 2005 wurde die Cranach-Höfe zum Baudenkmal von nationaler Bedeutung erklärt.

Zu unserer Arbeit:

Verlegt wurden ca. 500 qm zuvor gesicherter alter Bestandsdielung aus Nadelhölzern, sowie 300 qm neue Dielung in verschiedenen Breiten und Längen.

Desweiteren wurden 150 qm Eiche massiv Dielung in einer Stärke von 40mm verlegt, Besonderheit hierbei war ein umlaufender Fries sowie verschiedene Wechsel nach historischem Vorbild. Im DG wurden 350 qm Mosaik Eiche verlegt zusätzlich wurden die Stufen zwischen Haupthaus und Nebengebäude angefertigt und verlegt.

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